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Adipositas
eine Form von Suchtverhalten ?
So komplex das Phänomen der Adipositas hinsichtlich Ursachen und Folgeerscheinungen ist, so komplex ist auch das Zusammenspiel zwischen Adipositas, Esssucht und (anderer) psychischen Störungen.
Wer unter Adipositas (Fettleibigkeit) leidet, ist neben der Gewichtsproblematik, die in vielen Fällen mit körperlichen Folgeerkrankungen einhergeht (oder einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, an einer zu erkranken), meist zusätzlich gesellschaftlichen Vorurteilen und Stigmatisierungen ausgesetzt. Viele der Betroffenen entwickeln als Reaktion ihres Übergewichts Depressionen und Ängste, haben Schuld- und Schamgefühle und ziehen sich immer mehr sozial zurück. Ein Teufelskreis beginnt, denn sozialer Rückzug und das Gefühl der Einsamkeit fördern das esssüchtige Verhalten, welches dann erneut zu Schuld- und Schamgefühlen, Versagensängste oder Selbstvorwürfen führt.
Mindestens genauso häufig aber verbergen sich hinter einer adipösen Esssucht psychische Probleme, die man - meist unbewusst - versucht, mit Essensaufnahme in den Griff zu bekommen. In diesen Fällen sabotiert das Unterbewusste hartnäckig jede Form der Gewichtsveränderung und verhindert einen langfristigen Abnehmerfolg. Der Verlust des "gepolsterten Schutzmantels" wäre zu bedrohlich.
Hinter einer Esssucht können sich folgende seelische Leiden verbergen:
Ängste
Depressionen
Traumata (oft sexueller Art)
Persönlichkeitsstörung
Therapeutische Hilfe
Dienen Übergewicht und Esssucht der Abwehr tieferliegenden Ängsten, Depressionen oder (schon früh) erlittener Traumata, bietet sich eine tiefenpsychologisch orientierte Therapieform an. Diese soll unbewusste Ursachen des Übergewichts erkennen und bearbeiten. Im Zuge einer (erfolgreichen) Behandlung soll die Grundstörung behandelt werden. Eine Gewichtsregulierung beginnt meist in diesem Behandlungsprozess.
Bilden sich psychische Leiden eher als Folge von Adipositas ab, ist in der Regel eine ressourcenorientierte Therapieform sinnvoll. Dabei werden Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen gestärkt. Auch Elemente aus dem Stressmanagement haben sich in der Praxis als sehr hilfreich erwiesen.